Neues von Steffi

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That's Life - My Life

Oder auch: Shit Happens... Was kommt, das kommt... Was solls... Passiert halt... So ist das Leben... Und mein Favorit: "Alles wird gut".

Mein Baby, Kinder und der Sinn des Lebens

DiaryPosted by Steffi 26 Oct, 2010 12:53:38
So ein Mist, ich bin total im Arsch, das wird heute ein seeeeehr langer Tag. Ich bin heute nicht aus dem Bett gekommen. Keinen meiner drei Wecker habe ich gehört. Um zehn vor acht bin ich dann aufgewacht. Ich wache immer automatisch um zehn vor acht auf.

Ich konnte gestern nicht einschlafen. Unter anderem lasse ich mich von meinem Handy wecken. Jeden Abend wenn ich dann im Bett liege prüfe ich den Wecker. Auf meinem Handy habe ich auf dem "Desktop" Bilder von meinem Baby. Die Bilder machen mich dann oft kurz traurig. Ich habe zwar auch im Flur und Wohnzimmer Bilder von ihr, aber nur die auf dem Handy machen traurig. Na jedenfalls war ich dann ne Stunde lang am heulen und danach konnte ich noch eine weiter Stunde lang nicht einschlafen. Dementsprechend im Tiefschlaf war ich dann wohl, als meine Wecker versucht hatten mich aus dem Bett zu schmeißen.

Mein Baby ist übrigens ein stinkender, trotteliger, alter und ebenso lieber, intelligenter, anhänglicher Hund. Kira halt. Mein Baby. Ein Montagsmodell.
Ich kann mich noch an die erste Begegnung erinnern. Früher hatte ich immer Angst vor Hunden. Vor anderen Hunden habe ich immer noch Angst/Respekt, weil man die halt nicht kennt und einschätzen kann, aber vor Kira nicht. Mit der kann ich alles machen. Kira liebt ihr Herrchen und mich als ich ihr Frauchen war. Na jedenfalls hatte ich halt Angst vor Hunden und als ich zuletzt alleine gelebt hatte, hatte ich trotzdem über einen Hund als Haustier nachgedacht. Dann hatte ich einen Partner und irgendwie sprachen wir über Hunde und da erzählte er das er eigentlich einen hat, der nur aktuell nicht bei ihm lebt, weil der Hund nicht bei ihm wohnen konnte. Dann hatte er eine größere Wohnung und seine damalige letzte Partnerin hatte ihm angeboten ihm den Hund zu geben. Er fragte mich dann, ob das ok für mich wäre mit dem Hund. Viel mußte ich da nicht überlegen, ich hatte zwar total schiss, aber ich dachte mir er liebt und vermisst seinen Hund bestimmt, da kann ich nicht nein sagen.

Also große Aufregung, ein Hund kommt in den Haushalt. Kurze Zeit später, zur Kieler Woche 2003, war es dann so weit. Wir hatten irgendwie gar nichts für einen Hund, so hat sie als Platz meinen Schaumstoffklappsessel, den eh keiner nutzte, bekommen. Schön vor der Heizung ausgeklappt. Er ist dann Kira abholen gegangen und kam mit ihr zu meiner Wohnung. Sie war total ruhig. Er hat ihr ihren neuen Platz gezeigt, fragte mich ob ich klar komme, ich meinte ja, und dann war er auch schon wieder weg. Gut, war ich erstmal nicht so begeistert von, aber ich hab ja gesagt ich komme klar.

Da lag dann also ein Hund in meiner Wohnung und ich hatte keine Ahnung was man damit macht. :D Wir kannten uns ja gar nicht. Aber sie war total ruhig und lag da halt. Ich dachte mir "komm Steffi, sei mutig" und habe mich zu ihr hingesetzt und sie gestreichelt. Zur eigenen Beruhigung habe ich dann noch meine Freundin angerufen und eine Weile mit ihr telefoniert, weil ich gar nicht wußte was ich machen soll. Das Herrchen kam dann aber auch recht unerwartet schnell wieder. An mehr von der ersten Begegnung kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es gibt noch eine kurzzeitig dramatische Geschichte mit ihr und Mäusen und eine über sie und ein wanderndes Handy. :)

Somit ist sie ein Familienmitglied geworden, was man auch wenn man oft mit ihr schimpfte und sie auch wirklich mal anstrengend war, im Tiefen nie missen wollte. Sie gehörte einfach dazu. Daher fällt es mir nun auch schwer ohne sie und man ist dann nun mal ab und an traurig.

Ich bin daher auch eigentlich froh, das ich keine Kinder habe. Klar würde das Leben der Kinder natürlich so gut und normal wie möglich weiter gehen, aber so eine aufgequollene, depressive Mutti muss man Kindern nun nicht unbedingt antun. Ich hätte zwar gerne ein zwei Kinder gehabt, aber es passte halt bisher noch nie und war auch nie geplant. Mittlerweile hat sich das Thema für mich auch für die Zukunft erledigt. Das wird zeitlich alles nichts mehr.
Zumindest nicht inklusive einem Vater, dachte ich mir. Dann habe ich mich mal über Adoption schlau gemacht. Kann man als Alleinstehende vergessen. Man muss verheiratet sein, großes Einkommen haben, am besten noch einen sozialen Beruf, und selbst dann noch zig Jahre warten. Dann habe ich mal nach künstlicher Befruchtung geschaut. Kann man auch vergessen. Auch dafür muss man verheiratet sein und kostet ziemlich viel Geld. Sehe ich irgendwo auch nicht ein ein Kind "kaufen" zu müssen. Ich habe mal von einer alleinstehenden Frau gelesen, die hat sich von ihrem homosexuellen Kumpel immer wenn sie fruchtbar war eine "Spende" ohne Akt geben lassen. Irgendwann war sie dann schwanger und hat nun halt ein Kind. Was anderes bleibt einem da wohl dann auch nicht übrig, wenn man als letzte Möglichkeit sich nicht durch die Welt poppen will. :D Aber ob sowas wirklich die Lösung ist?

Ich denke nicht. Ich will ja auch nun nicht auf Zwang ein Kind haben. Sowas ist Unsinn. Ein Ersatz gegen die Einsamkeit. Das ich nicht so handle, dafür bin ich noch schlau genug, was man von vielen anderen Frauen nicht behaupten kann. Kinder kriegen, damit sie nicht arbeiten müssen und alles bezahlt bekommen. Kinder kriegen, um Männer an sich zu binden. So eine bin ich nicht. Man stellt sich nur halt oft die Frage, was eigentlich der Sinn meines Lebens ist. Und irgendwie habe ich keinen, man möchte aber einen haben. Der Sinn des Lebens ist ja der den man sich selbst gibt. Früher war das für mich halt das man dem Partner was bieten kann. Man geht halt arbeiten um eine größere Wohnung haben zu können, ein Auto, Essen worauf man Lust hat, Unternehmungen. Klar entspricht es ja auch für nur eine einzelne Person, aber es ist jetzt nicht wirklich mein Lebenssinn. Er wäre es andere die man mag glücklich zu machen. Und dies könnte man für die eigenen Kinder tun. Zumindest versuchen. Man hat was was man selbst produziert hat, jemanden dem man was bieten will, dem man Werte vermitteln kann um ein guter Mensch zu werden, auf den man selbst stolz sein kann. Und zwar auch dann noch, wenn das Kind scheiße baut, keine Intelligenzbestie ist, kein Topmodel.

Aber mein Baby ist halt nur ein Hund und ein anderes Baby wird es nie geben, so dass ich einen anderen Lebenssinn finden muss. Eilt ja nicht.

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