Neues von Steffi

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That's Life - My Life

Oder auch: Shit Happens... Was kommt, das kommt... Was solls... Passiert halt... So ist das Leben... Und mein Favorit: "Alles wird gut".

Mein Ein-Jahres-Plan

DiaryPosted by Steffi 22 Sep, 2013 23:36:48

In meinen letzten Beiträgen fielen Begriffe wie "Arbeitsamt", "Fachhochschule", "Bewerbungsfotos", usw.. Dieser Beitrag ist also schon lange fällig und nicht tagesaktuell, denn meinen beruflichen Ein-Jahres-Plan gibt es schon seit dem letzten Frühjahr.

Seit über fünfeinhalb Jahren arbeite ich bei einem Telekommunikationsunternehmen als Softwareentwickler, Schwerpunkt "Billing". Es ist meine erste Vollzeitstelle, mein erster "richtiger" Arbeitsplatz, und meine erste Stelle im IT-Bereich. Eine richtige betriebliche Ausbildung habe ich nicht, ebenso kein abgeschlossenes Studium. Neben meinem Abitur habe ich eine schulische Ausbildung zur Kaufmännischen Assistenz in Datenverarbeitung und Rechnungswesen gemacht. Danach habe ich ein IT-Präsenzstudium angefangen und dann den Studiengang gewechselt. Gleichzeitig mit einem Wechsel vom Präsenzstudium, zu einem Online-Studium. Nebenbei habe ich gejobbt, war dann irgendwann ein Jahr arbeitslos und seit Februar 2008 habe ich nun meinen jetzigen Arbeitsplatz. Sommer 2012 habe ich dann noch die Prüfung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung abgelegt.

Meine Aufgaben und Verantwortungen decken alles ab, was mit der Kundenabrechnung zu tun hat. Verarbeitung von Verbindungsdaten, Verarbeitung von Kundendaten, alles was damit zu tun hat wie Kunden, Verträge, Leistungen, Rufnummern, Produkte, usw.. Zudem erstelle ich zu diesem ganzen Kram für diverse Abteilungen Statistiken, Listen, Auswertungen. Dabei arbeite ich hauptsächlich direkt auf der Datenbank, sowie mit Perl-Skripten. Zusätzlich arbeite ich mit am Kundenmanagementsystem, mache dort Änderungen oder neue Sachen für das System. Dies dann in der Sprache PHP. Und dann mache ich noch diversen anderen Kram zusätzlich übers Jahr verteilt.

Mir macht das Billing zwar Spaß und ich habe mit meinem Team auch sehr viel Spaß, aber ich bin schon seit bestimmt zwei Jahren unzufrieden. Unzufrieden mit dem Gesamtpaket meiner Stelle. Sommer 2012 fiel daher eigentlich schon der Entschluss sich anderweitig umzuschauen. Allerdings wußte ich nicht, was ich genau anderes machen will. Waren es die Aufgaben, die mich unzufrieden machen? Ist das Programmieren vielleicht gar nichts für mich? Liegt es nur am Unternehmen? Ich mußte mir also über vieles klar werden.

Klar war mir, dass ich auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen hatte irgendwo als Entwickler eingestellt zu werden. Es gibt zwar viele freie Entwicklerstellen, aber mir fehlen alle Kenntnisse der geforderten Programmiersprachen. Und auch im Bereich der Webentwicklung war ich einfach zu ungebildet. Das was heutiger Stand ist, kannte ich nicht mal annähernd. All die Programme und Tools und Sprachkomponenten und Techniken kann ich nicht. Ich wollte also gar kein reiner Programmierer mehr sein, weil mich diese Vorstellung einfach überfordert hat.

Ich will etwas machen, was mit Listen und Tabellen und Zahlen und Daten zu tun hat. Der Gedanke war dann, wieder in den wirtschaftlichen Bereich zu gehen. In die Buchhaltung, ins Rechnungswesen. Damit man auch ein gewisses Gehalt verdient in den Controlling Bereich. Ich habe viel im Internet geforscht, wie ich dort hin komme. Der Weg mußte möglichst kostenlos sein und mein Einkommen durfte sich bis zum neuen Arbeitsplatz nicht verringern. Macht es natürlich nicht wirklich einfach.

Bei diesem Informieren bin ich dann auf "SAP ERP" gestoßen. SAP ERP ist ein Unternehmensressourcenplanungssystem der Firma SAP mit diversen Modulen. Jedes Modul ist für einen bestimmten Unternehmensbereich. In so einem System wird das gesamte Unternehmen und Daten und Prozesse abgebildet. Es hat also was mit Planen, Organisieren und Verwalten zu tun. Zudem lassen sich dort auch diverse Statistiken ziehen. Und so ein System benötigt natürlich auch Systembetreuer und Systementwickler. Und das ist es, was ich machen will. Diese Mischung. Nun wußte ich was ich machen will, nun mußte ich da hin kommen.

Ende 2012 kam es zu Veränderungen im Unternehmen, welche Anfang des Jahres zu umzusetzenden Maßnahmen führten. Diese Maßnahmen beinhalten Veränderungen in Strukturen, Organisation, Verantwortungen, Veränderung von Aufgaben und Abteilungen, sowie zum Personalabbau. Unter anderem wird mein gesamter Aufgabenbereich wegfallen und die Entwicklerstellen werden abgebaut. Mein Arbeitsplatz fällt also weg. Jedoch wurde mir mündlich ein anderer Arbeitsplatz als Entwickler im Bereich Billing im Konzern angeboten. Ich für mich mußte mir nun überlegen, ob ich den Weg des sicheren Arbeitsplatzes wähle oder ob ich das Risiko eingehe mir einen neuen Arbeitsplatz suchen zu müssen.

Mein Ein-Jahres-Plan begann also mit der Entscheidung fürs Risiko und ich unterschrieb einen Aufhebungsvertrag mit Bezug auf den Interessenausgleich, in dem die Entwicklerstellen wegfallen.

Ich informierte mich darüber, wie ich SAP-Entwickler werde. Es gibt dafür keine Ausbildung oder ähnliches. Man kann nur Weiterbildungskurse und Zertifizierungen über die Firma SAP machen, welche mehrere Tausend Euro kosten. Dieses Geld habe ich nicht. Aber ich habe eine Institution gefunden, wo man manche Kurse als Student vergünstigt machen kann. Drei dieser Kurse interessierten mich. Einmal der Grundkurs, wonach man sich zum SAP-Berater zertifizieren lassen kann und zwei Kurse für die entsprechende Programmiersprache. Aber dafür mußte man Student sein. Ich informierte mich über Fernstudiengänge und entschied mich wieder fürs Online-Studium. Zunächst war die Idee Betriebswirtschaftslehre zu studieren, entschied mich dann aber doch für den Online-Studiengang Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Kiel. Die Zeit für die Antragsstellung auf Zulassung fürs Sommersemester hatte ich um drei Tage verpasst. Also wäre der nächste Start das Wintersemester und auch dann erst der Start für die SAP-Kurse möglich.

Ich habe viel überlegt und mich viel informiert. Und mich für einen Weg entschieden. Für einen Plan. Für einen Versuch. Mein Ein-Jahres-Plan.

Dieser begann wie gesagt mit der Entscheidung fürs Risiko. Im Sommer 2013 kommt dann der Zulassungsantrag fürs Studium, um wieder Student zu sein. Wenn ich angenommen werde und eingeschrieben bin, kann ich einen Zulassungsantrag für die SAP-Kurse stellen. Wenn ich dort zugelassen werde, beginnen diese im November 2013 und gehen bis März 2014. Im April 2014 könnte ich dann die Prüfung zum von SAP zertifizierten SAP-Berater ablegen.

Mein Arbeitsvertrag endet zum 31.12.2013. Für danach suche ich ein Unternehmen, was mich als SAP-Entwickler einstellt. Da ich noch keine Erfahrungen und Kenntnisse darin habe, ist es ein Versuch. Ein Versuch ein Unternehmen zu finden, was bereit ist Zeit in mich zu investieren und mich einarbeiten und weiterbilden wird. Am liebsten im örtlichen Bereich von Kiel, Rendsburg, und Umgebung. Finde ich im ersten Quartal 2014 keine Arbeit, habe ich ab April die SAP-Kurse als weitere Nachweise und erste Kenntnisse. Und bin zertifiziert. Und habe damit etwas mehr Chancen für eine entsprechende Stelle. Diese ersten drei Monate würde ich hinnehmen von ALG1 leben zu müssen.

So sieht mein Plan aus. Wird aus den SAP-Kursen nichts, muss ich mir einen anderen Plan überlegen. Ab dem zweiten Quartal würde ich mich wieder an eine Zeitarbeitsfirma wenden, für eine Stelle als Sachbearbeiter. Habe ich ab Sommer 2014 keinen Wunscharbeitsplatz, werde ich zurück nach Hamburg gehen und dort nach einer entsprechenden Stelle suchen.

Alles sehr unsicher und unvorhersehbar. Alle Möglichkeiten offen. Es ist halt ein Risiko, wovon nicht jeder begeistert ist. Auch ich bin nicht immer überzeugt von diesem Weg, aber ich habe mich für diesen Weg entschieden. Und somit wird dies nun mein Weg sein.

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