Neues von Steffi

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That's Life - My Life

Oder auch: Shit Happens... Was kommt, das kommt... Was solls... Passiert halt... So ist das Leben... Und mein Favorit: "Alles wird gut".

Mein Ein-Jahres-Plan

DiaryPosted by Steffi 22 Sep, 2013 23:36:48

In meinen letzten Beiträgen fielen Begriffe wie "Arbeitsamt", "Fachhochschule", "Bewerbungsfotos", usw.. Dieser Beitrag ist also schon lange fällig und nicht tagesaktuell, denn meinen beruflichen Ein-Jahres-Plan gibt es schon seit dem letzten Frühjahr.

Seit über fünfeinhalb Jahren arbeite ich bei einem Telekommunikationsunternehmen als Softwareentwickler, Schwerpunkt "Billing". Es ist meine erste Vollzeitstelle, mein erster "richtiger" Arbeitsplatz, und meine erste Stelle im IT-Bereich. Eine richtige betriebliche Ausbildung habe ich nicht, ebenso kein abgeschlossenes Studium. Neben meinem Abitur habe ich eine schulische Ausbildung zur Kaufmännischen Assistenz in Datenverarbeitung und Rechnungswesen gemacht. Danach habe ich ein IT-Präsenzstudium angefangen und dann den Studiengang gewechselt. Gleichzeitig mit einem Wechsel vom Präsenzstudium, zu einem Online-Studium. Nebenbei habe ich gejobbt, war dann irgendwann ein Jahr arbeitslos und seit Februar 2008 habe ich nun meinen jetzigen Arbeitsplatz. Sommer 2012 habe ich dann noch die Prüfung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung abgelegt.

Meine Aufgaben und Verantwortungen decken alles ab, was mit der Kundenabrechnung zu tun hat. Verarbeitung von Verbindungsdaten, Verarbeitung von Kundendaten, alles was damit zu tun hat wie Kunden, Verträge, Leistungen, Rufnummern, Produkte, usw.. Zudem erstelle ich zu diesem ganzen Kram für diverse Abteilungen Statistiken, Listen, Auswertungen. Dabei arbeite ich hauptsächlich direkt auf der Datenbank, sowie mit Perl-Skripten. Zusätzlich arbeite ich mit am Kundenmanagementsystem, mache dort Änderungen oder neue Sachen für das System. Dies dann in der Sprache PHP. Und dann mache ich noch diversen anderen Kram zusätzlich übers Jahr verteilt.

Mir macht das Billing zwar Spaß und ich habe mit meinem Team auch sehr viel Spaß, aber ich bin schon seit bestimmt zwei Jahren unzufrieden. Unzufrieden mit dem Gesamtpaket meiner Stelle. Sommer 2012 fiel daher eigentlich schon der Entschluss sich anderweitig umzuschauen. Allerdings wußte ich nicht, was ich genau anderes machen will. Waren es die Aufgaben, die mich unzufrieden machen? Ist das Programmieren vielleicht gar nichts für mich? Liegt es nur am Unternehmen? Ich mußte mir also über vieles klar werden.

Klar war mir, dass ich auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen hatte irgendwo als Entwickler eingestellt zu werden. Es gibt zwar viele freie Entwicklerstellen, aber mir fehlen alle Kenntnisse der geforderten Programmiersprachen. Und auch im Bereich der Webentwicklung war ich einfach zu ungebildet. Das was heutiger Stand ist, kannte ich nicht mal annähernd. All die Programme und Tools und Sprachkomponenten und Techniken kann ich nicht. Ich wollte also gar kein reiner Programmierer mehr sein, weil mich diese Vorstellung einfach überfordert hat.

Ich will etwas machen, was mit Listen und Tabellen und Zahlen und Daten zu tun hat. Der Gedanke war dann, wieder in den wirtschaftlichen Bereich zu gehen. In die Buchhaltung, ins Rechnungswesen. Damit man auch ein gewisses Gehalt verdient in den Controlling Bereich. Ich habe viel im Internet geforscht, wie ich dort hin komme. Der Weg mußte möglichst kostenlos sein und mein Einkommen durfte sich bis zum neuen Arbeitsplatz nicht verringern. Macht es natürlich nicht wirklich einfach.

Bei diesem Informieren bin ich dann auf "SAP ERP" gestoßen. SAP ERP ist ein Unternehmensressourcenplanungssystem der Firma SAP mit diversen Modulen. Jedes Modul ist für einen bestimmten Unternehmensbereich. In so einem System wird das gesamte Unternehmen und Daten und Prozesse abgebildet. Es hat also was mit Planen, Organisieren und Verwalten zu tun. Zudem lassen sich dort auch diverse Statistiken ziehen. Und so ein System benötigt natürlich auch Systembetreuer und Systementwickler. Und das ist es, was ich machen will. Diese Mischung. Nun wußte ich was ich machen will, nun mußte ich da hin kommen.

Ende 2012 kam es zu Veränderungen im Unternehmen, welche Anfang des Jahres zu umzusetzenden Maßnahmen führten. Diese Maßnahmen beinhalten Veränderungen in Strukturen, Organisation, Verantwortungen, Veränderung von Aufgaben und Abteilungen, sowie zum Personalabbau. Unter anderem wird mein gesamter Aufgabenbereich wegfallen und die Entwicklerstellen werden abgebaut. Mein Arbeitsplatz fällt also weg. Jedoch wurde mir mündlich ein anderer Arbeitsplatz als Entwickler im Bereich Billing im Konzern angeboten. Ich für mich mußte mir nun überlegen, ob ich den Weg des sicheren Arbeitsplatzes wähle oder ob ich das Risiko eingehe mir einen neuen Arbeitsplatz suchen zu müssen.

Mein Ein-Jahres-Plan begann also mit der Entscheidung fürs Risiko und ich unterschrieb einen Aufhebungsvertrag mit Bezug auf den Interessenausgleich, in dem die Entwicklerstellen wegfallen.

Ich informierte mich darüber, wie ich SAP-Entwickler werde. Es gibt dafür keine Ausbildung oder ähnliches. Man kann nur Weiterbildungskurse und Zertifizierungen über die Firma SAP machen, welche mehrere Tausend Euro kosten. Dieses Geld habe ich nicht. Aber ich habe eine Institution gefunden, wo man manche Kurse als Student vergünstigt machen kann. Drei dieser Kurse interessierten mich. Einmal der Grundkurs, wonach man sich zum SAP-Berater zertifizieren lassen kann und zwei Kurse für die entsprechende Programmiersprache. Aber dafür mußte man Student sein. Ich informierte mich über Fernstudiengänge und entschied mich wieder fürs Online-Studium. Zunächst war die Idee Betriebswirtschaftslehre zu studieren, entschied mich dann aber doch für den Online-Studiengang Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Kiel. Die Zeit für die Antragsstellung auf Zulassung fürs Sommersemester hatte ich um drei Tage verpasst. Also wäre der nächste Start das Wintersemester und auch dann erst der Start für die SAP-Kurse möglich.

Ich habe viel überlegt und mich viel informiert. Und mich für einen Weg entschieden. Für einen Plan. Für einen Versuch. Mein Ein-Jahres-Plan.

Dieser begann wie gesagt mit der Entscheidung fürs Risiko. Im Sommer 2013 kommt dann der Zulassungsantrag fürs Studium, um wieder Student zu sein. Wenn ich angenommen werde und eingeschrieben bin, kann ich einen Zulassungsantrag für die SAP-Kurse stellen. Wenn ich dort zugelassen werde, beginnen diese im November 2013 und gehen bis März 2014. Im April 2014 könnte ich dann die Prüfung zum von SAP zertifizierten SAP-Berater ablegen.

Mein Arbeitsvertrag endet zum 31.12.2013. Für danach suche ich ein Unternehmen, was mich als SAP-Entwickler einstellt. Da ich noch keine Erfahrungen und Kenntnisse darin habe, ist es ein Versuch. Ein Versuch ein Unternehmen zu finden, was bereit ist Zeit in mich zu investieren und mich einarbeiten und weiterbilden wird. Am liebsten im örtlichen Bereich von Kiel, Rendsburg, und Umgebung. Finde ich im ersten Quartal 2014 keine Arbeit, habe ich ab April die SAP-Kurse als weitere Nachweise und erste Kenntnisse. Und bin zertifiziert. Und habe damit etwas mehr Chancen für eine entsprechende Stelle. Diese ersten drei Monate würde ich hinnehmen von ALG1 leben zu müssen.

So sieht mein Plan aus. Wird aus den SAP-Kursen nichts, muss ich mir einen anderen Plan überlegen. Ab dem zweiten Quartal würde ich mich wieder an eine Zeitarbeitsfirma wenden, für eine Stelle als Sachbearbeiter. Habe ich ab Sommer 2014 keinen Wunscharbeitsplatz, werde ich zurück nach Hamburg gehen und dort nach einer entsprechenden Stelle suchen.

Alles sehr unsicher und unvorhersehbar. Alle Möglichkeiten offen. Es ist halt ein Risiko, wovon nicht jeder begeistert ist. Auch ich bin nicht immer überzeugt von diesem Weg, aber ich habe mich für diesen Weg entschieden. Und somit wird dies nun mein Weg sein.

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Urlaub \o/ , Teil 2

DiaryPosted by Steffi 31 Aug, 2013 17:32:13

24.08.

Den Samstag habe ich bis nachmittags geschlafen. Langsam und in Ruhe meinen Kaffee getrunken, was gefrühstückt, mich geduscht und angezogen, und bin dann am Abend zu meinen Freunden nach Rendsburg gefahren. Der Hausherr hatte Putenrouladen gekocht.

Nach dem Abendessen bin ich mit meiner Freundin zum "Rendsburger Herbst" gegangen. Das ist wie Kieler Woche in mini. Und nur zwei oder drei Tage. Und in mini. Und sehr überschaubar. Sie wollte dort wieder zu einem Irish Folk Konzert und dort standen wir dann. Bis SIE nicht mehr stehen konnte. :)
Wir sind dann halt noch zu ihr gefahren und haben uns noch ein wenig unterhalten, während das Männchen auf dem Sofa pennte. :D


25.08.

Ich war mit meinen Eltern bei meinen Eltern verabredet. Eigentlich mit dem Hintergrund an deren Außendämmung weiter zu arbeiten und zu helfen. Dafür habe ich extra Arbeitskleidung mitgenommen. Allerdings hatte mein Vater an diesem Tag keine Lust auf arbeiten gehabt, so dass wir von nachmittags bis späten Abend auf der Terrasse in der Sonne saßen und die ganze Zeit gequatscht hatten. Und natürlich gegrillt.

Wir haben sooo viel geredet, über so viele Themen. Übers Haus, über Häuser anderer, über Arbeit, Arbeitskollegen, Arbeit anderer, berufliche Veränderungen, Veränderungen anderer, berufliche Ziele, Ziele anderer, über andere Leute, über meine Eltern, über mich, über Finanzen, über Pläne und Wünsche, über alles Mögliche halt. War ein wirklich schöner Tag, auch wenn es erschreckend ist, dass ich sieben Stunden lang reden kann. :D


26.08.

Den heutigen Tag habe ich an der Fachhochschule Kiel verbracht. Nach meinem Antrag auf Zulassung für den Studiengang Wirtschaftsinformatik online und dem erhaltenen Zulassungsbescheid, ging es nun zur Einschreibung.
Die Einschreibung war an sechs Tagen möglich und ich bin extra nicht direkt am ersten Tag gegangen, weil ich dachte die Kiddies (bin ja über 10 Jahre älter als die meisten Studienanfänger) tummeln sich alle die ersten Tage dort. Die Einschreibung war zwischen 9 und 12 Uhr möglich, aufgeschlagen bin ich um viertel vor zwölf.

Ich zog meine Wartenummer, die 11. Aktueller Wartestand war die Aufrufnummer 855. Es waren also noch 155 Leute vor mir. -.- Und es dauerte. Ich saß dann draußen in der Sonne und habe gelesen. Irgendwann saß ich im Auto und habe gelesen. Und es dauerte.

Ich gehörte zu den letzten fünf Aufgerufenen. Die Sachbearbeiter hatten alle keinen Bock mehr, so dass nur noch eine sich um die letzten fünf Einschreiber kümmerte. Die war allerdings irgendwie ... . Ich sollte aufpassen was ich hier sage. Sagen wir mal so: die Sachbearbeiter der FH und die Leute bei der IHK stehen in harter Konkurrenz.

Na jedenfalls war ich dann irgendwann als letzter dran. Es gab dann Verständnisschwierigkeiten bezüglich meiner bisher geleisteten Semester meiner vorherigen Studienversuche. Sie konnte das irgendwie nicht richtig zusammenrechnen und war dann der Meinung ich hätte noch irgendwo anders ein Semester studiert, weil in der Semestersumme ein Semester mehr stand als in der Semesterauflistung. Habe dann ein wenig hin und her diskutiert mit ihr, bis es mir zu blöd war und ich sie hab machen lassen. Diese Semesterangaben da sind eh unwichtig und bringen mir nichts.

Da man sich für ein Studium erst online anmeldet und das Ganze dann noch einmal in Papierform mit den Anlagen als Kopie hinschickt, muss man zur Einschreibung sämtliche Anlagen im Original mitbringen, damit die Korrektheit der angegebenen Daten kontrolliert werden kann. Bei der Einschreibung hat sie weder meinen Personalausweis angesehen, noch meine Zeugnisse, Ausbildungsnachweise und Berufserfahrung überprüft. Auch sollte man Überweisungsquittungen für den Semesterbeitrag und die Einschreibegebühr mitbringen. War auch wenig interessant. Also irgendwie fand ich dieses Einschreibeprozedere für Studenten total unnötig.

4 Stunden und 15 Minuten nach Ankunft später war ich dann nun also eingeschrieben. Ab 01.09.2013 bin ich dann offiziell wieder Student, am 16.09. beginnt das Semester und am 21.09. habe ich meine Einführungsveranstaltung fürs Onlinestudium, wo ich dann leider auch erst meine ganzen Zugangsdaten usw. erhalte.

Amüsant fand ich während der Wartezeit die Kiddies, vor allem die Mädels, die immer jubelnd raus kamen wenn sie fertig waren und sich über das Eingeschrieben sein gefreut hatten und sich gegenseitig beglückwünscht hatten. Kann mich gar nicht mehr daran erinnern, dass dies damals sowas besonderes war oder ein besonderes Ereignis. Habe ich wohl vergessen.

Am Abend ging es noch zur Bowling Hausliga. War wieder ein sehr lustiger Abend mit vielen Bekloppten. Danach bin ich mit meinem Team noch mal wieder zu McDonalds gefahren. Quatschen und Lästern. War dann auch mal wieder erst nachts um eins oder so zu Hause.


27.08.

Der zweite Augenarzttermin steht an. Da ich danach kein Auto fahren darf, bin ich mit dem Bus hin. Dieses Mal war der richtige Arzt da. Den fand ich viel besser. Zuerst wurden meine Augen mit den Kontaktlinsen kontrolliert. Die Augen sind soweit okay, die Kontaktlinsen sitzen gut, allerdings soll ich sehr viel weniger Kontaktlinsen und mehr Brille tragen, weil meine Augen von Kontaktlinsen kaputt gehen. Die Hornhaut bekommt zu wenig Sauerstoff, so dass eigentlich nicht sichtbare Äderchen nach vorne in den weißen Augenbereich in Richtung Pupille wachsen und dies ist nicht gut für die Augen. Hätte der Vertretungsarzt eigentlich sehen und erwähnen müssen. Ich soll nun alle 6 Monate zur Kontrolle kommen.

Dann hat er den Sehtest mit Kontaktlinsen gemacht. Überraschenderweise konnte man da nichts optimieren und ich brauche keine neuen Kontaktlinsen mit einer anderen Stärke.

Danach kamen die Kontaktlinsen raus und die Pupillenerweiternden Augentropfen rein. Nach ca. 15 Minuten warten wurde dann die Netzhaut begutachtet. Das war ein wenig ätzend, weil das Licht seiner Lampe in den Augen weh tat und dann Tränen liefen. Aber auch im Auge ist alles in Ordnung.

Habe dann noch zwei Fragen zum Thema Augenlasern gehabt und war dann fertig. Ich mußte dafür unterschreiben, dass ich 5 Stunden keine Fahrzeuge bedienen darf. Ich hatte gedacht man darf das nicht, weil man nur verschwommen sehen würde. Vom Sehen her war aber eigentlich alles normal.

Bis ich die Praxis verlassen hatte. Kaum stand ich draußen im Tageslicht, hätte ich schreien können. Das Tageslicht tat in den Augen so weh, konnte die Augen gar nicht offen halten. Das linke Auge mußte ich ganz zudrücken und das rechte Auge eigentlich auch, aber um überhaupt den Bus zu finden mußte es ja ein wenig auf sein. Aber das war echt schlimm. Es hat so geblendet und tat dadurch weh und die Augen tränten. Wenn auf dem Weg mal ein Stück Schatten durch Bäume war, mußte ich erst einmal stehen bleiben und meine Augen erholen. Allerdings gab es nicht so oft Schatten. :-/ Außer hell habe ich kaum was gesehen. Hatte auch fast gedacht ich wäre schon an der Bushaltestelle vorbei, habe sie dann aber doch noch erreicht. Allerdings konnte ich überhaupt nicht die Augen aufmachen zum gucken und ich hatte Panik gehabt nicht zu sehen, ob der kommende Bus meiner ist. Es kamen dann zwei Busse, aber ich konnte nicht hinschauen. Glücklicherweise warf der Bus selbst dann Schatten, so dass ich etwas sehen konnte und den richtigen Bus erwischte.

Das war ein wirklich schlimmes Erlebnis für meine Augen und ich habe nur gedacht "oh Gott, jetzt habe ich mir die Netzhaut weggebrannt". In der Wohnung war es dann schattig und ich konnte normal sehen. Außer ich wollte Text auf weißem Hintergrund lesen. Habe dann auch keine Lust gehabt irgendwas zu tun und habe mich hingelegt und den Fernseher laufen lassen.

Am Abend wollte ich eigentlich noch weg, aber selbst gegen 21 Uhr hatte ich noch immer diese Teddyknopfaugen. Also nichts mit in 5 Stunden ist alles wieder normal.


28.08.

Gammeltag.

Zum frühen Abend hatte ich meine Freunde zum Essen bei mir eingeladen, weil ich dort auch so oft eingeladen werde. Es gab dann selbstgemachte Subs, die wir schon lange lange nicht mehr hatten, die zwei sich aber zum Essen gewünscht hatten, als ich fragte was wir essen wollen.


29.08.

Gammeltag.

Am späten Abend gab es eine Infomail, dass ich mich für meine SAP-Kurse anmelden kann. Dies habe ich dann auch sofort getan und mir wurde bewußt, wie viel Geld das eigentlich kostet. Allerdings ist der Erhalt einer Rechnung was Gutes, denn noch ist ungewiss, ob ich die Kurse machen darf oder nicht. Wenn die Rechnung kommt ist sicher, dass ich sie machen kann.

Das war mein Urlaub. Nichts wirklich spektakuläres los gewesen, nicht "in Urlaub" gefahren. Halt einfach nur nicht zur Arbeit zu müssen ist für mich schon schön. Ich habe auch nicht ein einziges Mal in meine Dienstmails geschaut, auch wenn ich es manchmal wollte, um schon mal was vorzubereiten. Aber ich habe es geschafft dies nicht zu tun.

Allerdings habe ich auch zu Hause nichts geschafft. :D Hatte mir ein paar Dinge vorgenommen, wie immer, die zuhause mal getan werden sollten. Und getan habe ich von diesen Dinge rein gar nichts, wie immer. Aber mein Gott, ich wohne hier alleine, also stört es niemand anderen. Wobei das es niemand anderen nicht stören würde auch nicht stimmt, aber mich stört es nicht. :) Ich bin wie ich bin und es ist wie es ist. Wichtig ist, dass ich für die kommenden ca. 6 sehr stressigen harten Wochen ausreichend Kraft getankt habe.

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Urlaub \o/ , Teil 1

DiaryPosted by Steffi 31 Aug, 2013 02:59:42

Endlich Urlaub. Bzw. eigentlich begann mein Urlaub am 13.08. und ist seit heute schon wieder um. Trotzdem war der bitter nötig. Das letzte Mal Urlaub hatte ich im März und die letzten Wochen/Monate waren ziemlich stressig auf der Arbeit. Ich brauchte dringend Erholung.


13.08.

Am Dienstag gegen Mittag sollte mein Urlaub beginnen. Ich hatte für diesen Tag zwei Tickets für das Tenacious D Konzert in Berlin, mußte aber Aufgabenbedingt zumindest für ein zwei Stunden zur Arbeit. Also hatte ich mir damals bei Urlaubsbeantragung hier einen halben Tag Urlaub genommen. Da es bei der neuen Geschäftsführung keine halben Urlaubstage gibt, galt dieser Tag dann nun als ganzer Urlaubstag und die gearbeiteten Stunden waren reine Plusstunden. Aus "nur kurz vorbei schauen und die eine Sache erledigen" wurden jedoch knapp sieben Stunden auf der Arbeit sein. Im Bezug auf das Konzert war dies jedoch nicht schlimm, denn da mich niemand begleiten wollte hatte ich kurzfristig die Tickets mit hohem Verlust verkauft.

Ich hatte noch so einiges auf dem Tisch, was vor Urlaubsantritt erledigt werden mußte. Und das zog sich. Somit ging es quasi erst mit einem Tag Verspätung in meinen lang ersehnten Urlaub.


14./15./16.08.

Die meisten Tage, vor allem die ersten, waren pure Gammeltage. Ausschlafen, viel Schlafen, ständig Schlafen, Rumhängen, spät ins Bett gehen. Und es tat einfach nur gut. Sich mal keine Gedanken machen, was man alles an dienstlichen Aufgaben erledigen muss. Mag für viele langweilig und verschwendete Zeit sein, für mich war es notwendige Entspannung.

Das anfängliche Rumgammeln wurde am ersten Urlaubsfreitag durch ein kurzes Kaffeemeeting unterbrochen. Danach wurde weiter gegammelt.


17.08.

Am Samstag habe ich mich ab späten Nachmittag zu meinen Freunden verzogen. Dort gab es ein Biermischgetränk und wir warteten auf weiteren Besuch. Am Abend sind wir alle dann nach Eckernförde gefahren. Dort fanden über das Wochenende so Highland Games am Eckernförder Strand statt. Wir sind jedoch nicht wegen den Spielen dahin gefahren, sondern weil abends ein kostenloses Open Air Konzert einer Irish Folk Band stattfand.

Zunächst begann das Konzert fast eine Stunde später als angesetzt. Dann fiel dauernd der Strom aus und allgemein war dort überhaupt keine Stimmung unter den Leuten. Die Band konnte aber echt gut mit dem Publikum umgehen und als das mit dem Strom dann vernünftig lief, hat sie es durch ihre lockere und lustige Art geschafft, das Publikum in Fahrt zu bringen. Mag aber vielleicht auch an dem vielen Bier dort gelegen haben. :D Das war jetzt zwar nicht die absolute Kracher-Veranstaltung, aber es war ganz nett und lustig. Es hat schon was im Sand am Strand unter freiem Himmel zu stehen und ein Live-Konzert zu hören. Und die waren echt nicht schlecht. Allerdings ist diese Musikrichtung nur so bei einer Live-Veranstaltung was für mich, zu Hause nervt mich diese Musik.

Mein Highlight war, als ich recht früh den Drummer genauer sah. Von unserem Platz aus sah der original wie Sido aus und ich mußte so lachen. Ich drehte mich zu meinem Kumpel um und wollte gerade sagen "ich finde der Drummer sieht aus wie Sido", als er im gleichen Moment sagte "an wen erinnert dich der Drummer?". Wir mußten so lachen, weil wir ihn beide als Sido sahen. Und wenn man einmal sowas im Kopf hat, sieht er die ganze Zeit wie Sido aus. Ich fragte, ob die gleich auch den Ar**hf**ksong spielen. Mein Kumpel meinte bestimmt, sonst muss ich ihn mir wünschen. Er meinte dann ich bekomme 100 Euro, wenn ich zur Bühne gehe und mir den Titel wünsche. Da ich Fahrer an dem Abend war, war ich für sowas zu nüchtern. Den ganzen Abend hab ich dann versucht ein Foto von dem Drummer zu machen, um euch Sidos Nebeneinkommen zu zeigen, aber die Bilder sind nichts geworden. :-/

Obwohl zu Beginn das Publikum echt still war, wurde später dort viel getanzt. Meine Freundin hatte mich bei einem Gruppentanz dann auch noch gezwungen mit zu machen. -.- Ist ja voll mein Ding.
Jedenfalls wollten die Leute die Band gar nicht mehr weg lassen. Und die Band hat das auch noch mitgemacht. Irgendwann hatten sie keine Songs mehr und wußten auch nicht mehr, was sie noch spielen sollten. Die Band hatte zu den Leuten auch noch gesagt, dass sie am Anfang nicht gedacht hätten, dass es doch noch so ein tolles Publikum wird. Insgesamt haben die dann fast 4 Stunden glaube ich gespielt.


18.08.

Am Sonntag stand Familienprogramm an. Nach knapp über einem Jahr ging es für mich mal wieder nach Hamburg-Steilshoop. Seit meine Eltern dort weggezogen sind, war ich nicht mehr dort. Verwandte von mir wohnen dort aber noch und es wurden zwei Geburtstage gefeiert.

Auch wenn bei dem einen "Geburtstagskind" wegen eines besonderen Geburtstagsgeschenks die Tränen fließen, war es sehr lustig. Habe mich ziemlich viel mit meiner Schwester, Vaddern und meiner Cousine unterhalten. Muddern kam schon wieder einmal zu kurz.


19./20./21.08.

Gammeltage.

Allerdings bin ich an dem Mittwochabend noch zum Fotografen gefahren und habe Bewerbungsfotos machen lassen. Ging alles ganz fix und die Fotografin war super nett.

Ich mag mein Foto. Zumindest das Originalbild. Die eingescannte Version hier finde ich nicht so schön. Da sind die Augen schlimm. So alt und Vaddern sagt immer Pandabär zu mir. Im Spiegel bei mir zu Hause mag ich mein MakeUp. Wenn ich mich dann aber auf Bildern sehe, sieht es schlimm aus. Und vermutlich sieht es in real auch schlimm aus, ich selbst merke es zu Hause in meinem Spiegel nur nicht. Wenn man schon ständig Pandabär genannt wird und meine Freundin sogar sagt es komme vielleicht vom dünneren Gesicht, dass ich vielleicht versuchen sollte weniger aufzutragen, wenn mir das auf Bildern nicht gefällt. Ich habe keine Ahnung von MakeUp. Keine Ahnung wie man sich vernünftig passend anmalt. Ich selbst hau mir halt was ins Gesicht, damit ich nicht natura Steffi bin. Denn das kann ich überhaupt nicht leiden. Aber naja, egal.

Habe dann später noch mein Profil auf dem Arbeitsamtportal aktualisiert und mich online arbeitssuchend gemeldet. Dort hieß es in zwei bis drei Werktagen werde ich zwecks Terminabsprache angerufen. Sieben Werktage später ist noch kein Anruf erfolgt.


22.08.

Gammeltag


23.08.

Der heutige Tag galt der Medizin. :D Morgens um 8 Uhr hatte ich einen Termin beim Augenarzt. Beim Augenarzt war ich schon viele Jahre nicht mehr. Seit einigen Wochen fällt mir auf, dass ich schlechter sehe. Ich trage überwiegend Kontaktlinsen und habe meine Augen schon lange nicht mehr untersuchen lassen. Somit wollte ich das endlich mal im Urlaub erledigen. War mir im Urlaub auch lieber, denn ich sollte 48 Stunden lang vorher meine Brille tragen.

Diese lange Augenarzt-Abstinenz hat leider auch einiges an Unkenntnisse bei mir entwickelt. Ich wußte zum Beispiel nicht, dass es "Brillenpässe" gibt, welchen man als Brillenträger eigentlich habe. Darin stehen sämtliche Brillenwerte. Oder das man eine Netzhaut-Untersuchung machen lassen sollte, wo man Augentropfen bekommt und 5 Stunden lang kein Auto fahren darf.

Ich sagte zu der Arzthelferin, dass ich das nicht wußte und die Untersuchung aber vielleicht nicht schlecht wäre, nur das ich halt mit dem Auto da bin und den Tag über auch noch Auto fahren muss. Sie sagte das sei kein Problem, wir machen einfach einen weiteren Termin. Da Termine ja eigentlich immer erst in vielen Wochen oder gar Monaten möglich sind, meinte ich zu ihr das dies dann wohl nichts wird, ich habe für sowas nur noch bis Donnerstag Zeit. Sagt sie auch kein Problem, da finden wir schon was. Und zack hatte ich am kommenden Dienstag einen weiteren Termin.

Naja, wer Augenarzte sonst so kennt: Brillenwerte werden anhand der Brille durch so ein Gerät ermittelt, dann hockt man selbst vor so einem Gerät was irgendwas bei den Augen guckt oder misst (kein Plan :D ), und dann geht es irgendwann zum Arzt rein. Das war ein ziemlich verplanter alter Mann. Hatte dann mitgekriegt, dass er an dem Tag nur Vertretung macht. Man war der verplant. Erst hat er meine Augen untersucht, die sollten beide komplett in Ordnung sein. Dann hat er mit Maulwurf-Steffi Zahlenraten gespielt.

Meine Augen sind leider noch schlechter (kurzsichtiger) geworden. Ich hatte ja eigentlich gehofft, dass sie vielleicht durch die Abnahme wieder besser werden. Aber dem war nun nicht so. Bei dem Sehtest habe ich mich aber nicht wirklich wohl gefühlt bei dem Arzt. Fühle mich mit dem erhaltenen Brillenrezept nicht so wirklich sicher, dass das da so stimmt. Dies werde ich bei einem Optiker nochmal gegenchecken lassen.

Er meinte ich solle mir doch die Augen lasern lassen. Wäre eine tolle Sache und bringt ja so viel. Ich meinte zu ihm, dass ich dies ja gerne machen würde, mir dafür aber leider das notwendige Kleingeld fehlt. "Ja da müssen sie schon so mit 3500 Euro aufwärts rechnen." Die Preise kenne ich, das muss er mir nicht sagen. Ich habe nicht mal einen einzigen Euro dafür, da muss man mir nicht sagen, dass sowas um die 4T kostet.

Dann hatte ich noch mit ihm über meine Kontaktlinsen gesprochen. Im Internet hatte ich gesehen, dass die Praxis auch Kontaktlinsenanpassung macht. Er meinte ja, das schafft er heute aber nicht mehr, er kann das aber am Dienstag machen, wenn ich eh nochmal komme. Ich soll dann vorher die Kontaktlinsen drin haben, dann wird das erst geprüft, bevor ich die Augentropfen bekomme.
Als ich dann draußen bei der Arzthelferin stand meinte ich zu ihr, dass der Arzt an dem weiteren Termin dann noch die Kontaktlinsenuntersuchung machen möchte. Da meinte die dann, dass der Arzt dann gar nicht da ist, sondern nur heute die Vertretung macht. Und ob ich denn über die Selbstkosten aufgeklärt wurde. Ich sagte durch den Arzt nicht, aber durch das vorherige Telefonat wußte ich, dass dies 25 Euro kostet.

Nach dem Augenarzt hatte ich noch ein paar Stunden bis zum späten Mittag und einem weiteren Arzttermin Zeit. Ich bin dann erst einmal nach Hause und hatte mich auf die Couch gelegt, weil ich so müde war. Konnte dann aber nicht einschlafen, weil ich so Panik hatte zu verpennen. Vorher mußte ich auch noch zum Hausarzt, eine Überweisung holen. Habe dann erst einmal im Internet geschaut, was mich meine neue Brille kosten wird und habe nur gedacht "es gibt keine neue Brille, viel zu viel Geld". Hat mich mal wieder total runter gezogen, dass ich schon wieder viel Geld was ich nicht habe ausgeben muss.

Um kurz vor 12 bin ich dann zum Hausarzt gefahren, um meine Überweisung und ein Rezept zu holen. Hatte dann allerdings noch immer eineinhalb Stunden bis zu meinem Nachsorgetermin in der Uniklinik. Also bin ich noch ins Dänische Bettenlager gegangen und habe aus Langeweile und Frust eine Flurbank gekauft. Ich habe mir gedacht bei so viel Geld was ich zur Zeit ausgeben muss, da machen die 70 Euro nun auch nichts mehr.

Leider hält man sich da auch keine eineinhalb Stunden auf, so dass ich dann schon um 13 Uhr in der Uniklinik war. Dort mußte ich ca. eine Stunde warten und dann ging es zum Gespräch zu meinem Chirurgen. Es wird ein Standardfragenkatalog durchgegangen, der als Vorher/Nachher-Vergleich für Begleitkrankheiten und Verhalten ist. Er hat mir dann gesagt, dass ich 68% meines Übergewichts verloren habe und das dieser Abnahmeerfolg total im Rahmen liegt und er zufrieden ist. Er fragte mich, ob ich zufrieden sei. Ich meinte zu ihm, dass ich eigentlich schon zufrieden bin, aber mehr hätte schaffen können. Habe ihm dann von meinen Fehlern die ich noch mache erzählt und vom Stress auf der Arbeit, wodurch ich mehr esse und nasche. Aber allgemein sei ich zufrieden, weil ich ein Gewicht erreicht habe, an das ich mich nicht mehr erinnern konnte und nie gedacht hätte so weit zu kommen.

Wir haben uns dann ein wenig darüber unterhalten und er freut sich immer so über mein Auftreten. Ich mache einen aufgeklärten und bewußten Eindruck, er sei zufrieden mit mir und ich strahle immer so. Was ein Mumpitz. :)
Da ich einen guten Abnahmeerfolg hatte wird keine Folge-OP, der Magen-Bypass, geplant. Den möchte ich auch gar nicht. Er sagt wie ich, dass ich jetzt wie jeder andere Mensch auch eine Diät und Sport machen muss, um weiter abzunehmen. Das er mir das auch zutraut, ich aber aufpassen soll, dass meine Fehler mich nicht wieder komplett einholen. Das man mal so eine Phase hat sei okay, hat jeder, aber man muss sie halt in den Griff kriegen.

Achja, habe meinen Doc dann mal gefragt wie das bei mir eigentlich mit den Nährstoffen aussieht. Ich bin nie nach Blutuntersuchungen wegen irgendwelchen schlechten Werten angerufen worden und bin etwas verwundert, dass ich gar keine Mängel haben soll und Nahrungsergänzungsmittel nehmen muss. Er sagte die müsse ja auch nicht jeder haben und hat sich die Blutuntersuchungen der letzten Male angeschaut. Und ich bin tatsächlich überall in den Toleranzbereichen gewesen. B12 sei zwar im unteren Drittel, aber okay. Und Vitamin D sei an der untersten Grenze gewesen. (Diese beiden Werte, sowie Folsäure und noch irgendein anderer Wert sind sehr wichtig.)

Nach dem Gespräch mußte ich dann noch den üblichen psychologischen Fragebogen zur Lebensqualität ausfüllen und dann wurde mir noch das übliche Blut abgenommen. Ich werde jetzt nochmal die Blutwerte von dieser Untersuchung anfordern und schauen was die Werte aktuell sagen. Wenn das Vitamin D immer noch so an der Grenze hängt, dann werde ich das in Zukunft zusätzlich einfach mal nehmen. Damit kann man sich nicht schaden und ich glaube das ist dann besser. Ebenso werde ich mal wieder mit Biotin anfangen, denn ich habe schon wieder seit Wochen Haarausfall. Selbst meine Freundin sagte letztens, dass ich früher so lange Haare mit einem richtigen Pferdeschwanz hatte und jetzt sind die so dünn/wenig geworden. Es ist zwar nicht so schlimm wie der krasse Haarverlust nach der OP, aber auch nicht mehr das was sie mal waren.

Ach und der Doc teilte mir noch mit, dass die Betreuung von zwei auf fünf Jahre verlängert wurde. Ich soll jetzt immer einmal im Jahr kommen. Die Sleeve-Patienten seien im Bezug auf den psychologischen Fragebogen zur Lebensqualität so interessant, weil es da wohl noch nicht so viele Studien gäbe zu den Erfolgen mit dieser OP-Methode. Damals als das bei mir gemacht wurde, gab es noch nicht so viele Sleeve-Patienten. Mittlerweile hat die Uniklinik bestimmt täglich eine Magen-OP auf dem OP-Tisch.

Nach der Uniklinik wollte ich eigentlich direkt nach Hause. Ich war sooo müde. Auf dem Weg zum Auto schrieb mir meine Freundin was ich so mache, ob ich in ner Stunde Zeit und Lust auf nen Kaffee habe. Lust habe ich eigentlich immer, aber schon wieder eine Stunde Wartezeit. Naja, nach Hause fahren machte keinen Sinn, also stand ich eine Dreiviertelstunde auf einem Parkplatz rum und habe gewartet. Es gab dann noch einen Kaffee mit Mädelsplausch.

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2 Jahre Post-OP

DiaryPosted by Steffi 16 Aug, 2013 23:52:23

Heute sind es genau zwei Jahre her seit meiner Sleeve-OP. 2 Jahre Post-OP bedeuten zum einen erst einmal minus 76,4 Kilo.


Zahlen
- Von 190,0 kg auf 113,6 kg.
- Von Konfektionsgröße 62/64 auf 48/50.
- Von Schuhgröße 44 auf 42/43.
- Von BH-Größe 120 D/DD auf 90 C/D.
- Taillenumfang um 12 Gürtellöcher kleiner.


Optik
- schmalere Füße, Hände und Handgelenke
- sichtbare Sehnen und Knochen
- fühlbare Knochen
- schmaleres Gesicht
- allgemein weniger Umfang


Und das wichtigste: mehr Lebensqualität
- mehr Platz auf Sitzgelegenheiten
- mehr Platz in Autos
- ich kann mich wieder in jedem Auto anschnallen
- ich kann die Beine überschlagen
- mein Bett wirkt riesig
- umdrehen im Bett ist nicht mehr anstrengend
- meine Arme schlafen nicht mehr einfach ein im Bett
- vermutlich schnarche ich nicht mehr
- ich passe durch sehr viel schmalere Türöffnungen
- man bekommt Komplimente
- man hat allgemein das Gefühl die Öffentlichkeit ist freundlicher zu einem
- ich kann Kleidung im Laden kaufen (und nicht alles nur noch übers Internet)
- ich empfinde ein Sättigungsgefühl
- seit der OP hat bisher mein Magen nicht ein einziges Mal mehr geknurrt


Rückblick

Dick war ich schon immer. Das dickste Mädchen in der Grundschule, das dickste Mädchen auf der Gesamtschule, die dickste in der Oberstufe. Wenn man allerdings die alten Fotos sieht, finde ich das gar nicht so schlimm. Alle anderen damals jedoch schon. Man wurde viel gehänselt, viel beschimpft. Es entwickelte sich kein Selbstbewusstsein und man zog sich zurück. Ist nicht draußen spielen gegangen, hatte kaum Freunde.

Man hat ständig versucht abzunehmen, Diäten zu machen. Überwiegend Weight Watchers. Meine Mutter hat immer versucht zu helfen und zu unterstützen. Diäten mit meiner Mutter zusammen, Diät mit meiner Tante zusammen. Man hat immer was abgenommen, aber nach einiger Zeit ging das Gewicht wieder rauf und wurde mehr. Der Jojo-Effekt halt.

Die Zeit in der ich bei meinen Eltern gelebt habe, war das Essen überschaubar und begrenzt. Vom Taschengeld wurde dann überwiegend weiteres Essen, Süßigkeiten und Cola gekauft. Daher nahm ich zu. Als ich 2002 das Elternhaus verließ und nach Kiel in meinen eigenen Haushalt zog, konnte ich kochen und essen wann und was ich wollte. Man isst all seine Lieblingssachen. Und davon zu viel. Immer übers Limit hinaus. Und dadurch wurde ich fett. Es war schwer für mich satt zu werden. Man hat gegessen aus Hunger, weil es gut schmeckt, weil man doch nichts wegschmeißen kann, aus Langeweile, bei Stress, aus Traurigkeit, oder heimlich.

Man hat es nicht wirklich wahrgenommen oder vielleicht sogar verdrängt, dass man immer fetter wurde. Es ist einem nicht wirklich aufgefallen, weil es ein übergangsloser Prozess war. Ich kann bis heute nicht sagen, warum ich dies zugelassen habe. Warum ich so geworden bin. Man hat es irgendwann einfach hingenommen, dass man machtlos gegen sich selbst war. Machtlos gegen sich selbst, weil man faul war, keine Disziplin hatte und irgendwann auch einfach keine Kraft mehr sich um sich zu kümmern. Ich hatte mich vermutlich irgendwann einfach aufgegeben. Ich weiß nicht wann, ich weiß nicht warum.

Ich wollte so nicht sein, weil es so einem nicht gut ging. Die Seele litt, weil man für andere nur eklig war. Die Gesundheit war in Gefahr und die restliche Lebenserwartung sank. Aber ich habe es alleine einfach nicht geschafft zu ändern.

2007 kam der erste Gedanke für eine OP. Für ein Magenband. Damals hatte ich 175 Kilo gewogen. Ich war auch bei einem Chirurgen und habe die Antragsunterlagen für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse mitbekommen, aber ich habe gekniffen. Es mußte ohne OP gehen, ich mußte es doch auch so schaffen. Ich versuchte wieder einmal eine Diät und scheiterte, weil ich einfach nicht satt wurde. Ende 2008 folgte ein weiterer kurzfristiger Versuch und dann habe ich aufgegeben.

Im Frühjahr 2009 war ich dann wieder bei diesem Chirurgen, mit 183 Kilo, um mir neue Antragsunterlagen ausstellen zu lassen. Diesen Antrag auf ein Magenband reichte ich bei meiner Krankenkasse ein und der Antrag wurde abgelehnt.

Anfang 2010 machte ich wieder Weight Watchers und nahm 14 Kilo in drei Monaten ab. Aber ich hielt wieder einmal nicht durch und ich hatte zu der Zeit auch einfach keinen Bock mehr gehabt. Also stieg das Gewicht wieder. Ich hatte das Thema abgehakt und eine vermutliche Lebenserwartung von nur noch 10 Jahren hingenommen.

Bis zum Dezember 2010. Ich wog an die 190 Kilo, ich wollte so nicht mehr sein, ich wollte länger leben, ich brauchte Hilfe, ich wollte auf den OP-Tisch. Dies war meine letzte Chance.
Ich informierte mich im Internet, was sich so verändert hat bei der Antragsstellung und wie ich eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse bekomme. Ich stieß dabei auf das Adipositas-Projekt der Uniklinik Kiel, auf die Adipositas Selbsthilfegruppe, und auf einen recht aktuellen und neuen Begutachtungsleitfaden der Krankenkassen und die sogenannte S3-Leitlinie, in der endlich mal genauer das niedergeschrieben wurde, was man an Bedingungen erfüllen mußte. Dabei stellte ich fest, dass mein Gewicht so wahnsinnig hoch war, das ich in eine Ausnahmeregelung fiel. Vernünftig den Antrag gestellt konnte die Krankenkasse gar nicht mehr nein sagen.

Ich rief also direkt in der Adipositas-Ambulanz der Uniklinik Kiel an und holte mir einen Termin. Ich besprach das ganze Thema mit meinem neuen Chirurgen Ende Dezember und ließ mich beraten wie es weiter geht, ob eine Operation sinnvoll ist und welches OP-Verfahren angewandt wird. Mein Chirurg stimmte einer OP zu und der Entschluss fiel auf einen Schlauchmagen (Sleeve). Bei diesem OP-Verfahren wird der größte Teil vom Magen entfernt, so dass nur noch ein kleiner Schlauch übrig bleibt. Dies verändert den Stoffwechsel, man hat weniger Hunger, ist schneller satt, und nimmt weniger Nahrung auf. Es sollte auch direkt Anfang des Jahres los gehen und die Klinik kümmere sich auch um die Antragsstellung.

Durch ein paar Schwierigkeiten und Missverständnissen verzögerte sich das ganze jedoch. In dieser Wartezeit besuchte ich noch einen Aquafit-Kurs speziell für Adipöse, ging zur "Krankengymnastik am Gerät" bei einem Physiotherapeuten und besuchte ein paar Wochen eine Ernährungsberaterin. Durch die Missverständnisse seitens des Chirurgen stellte ich meinen Antrag im Frühjahr selbst und erhielt meine Kostenübernahmezusage von der Krankenkasse. Beim Anruf durch die Krankenkasse bezüglich der Zusage, mußte ich zum ersten Mal im Leben vor Freude ein wenig heulen. Auf die Kostenzusage folgte dann der OP-Termin am 16.08.2011.

Man ist dann so bekloppt und haut vorher nochmal richtig rein. Isst nochmal die vielen tollen ungesunden Sachen und große Mengen. Als ob man nie wieder was zu essen bekommt. :D

Ich war nicht aufgeregt oder in Sorge oder hatte Angst, weil es irgendwie alles nicht real war. Am 15.08.2011 checkte ich dann ein. Zimmer beziehen, Aufnahmeuntersuchungen, Narkosegespräch, OP-Aufklärungsgespräch, ekliges Abführmittel saufen. Meine Mutter ist damals extra aus Hamburg gekommen, damit ich nicht alleine bin. Denn das fand ich eigentlich das traurigste, das ganze alleine durchzuziehen.

Am nächsten Morgen war ich mit als erste dran und es ging früh los. Runter in den OP-Bereich, zunächst in die Holding-Area. Die fand ich ziemlich lustig. "Herzlich Willkommen in der Holding-Area, ich bin die XYZ. Wir verfügen hier unten über 8 OP-Säle, blabla, Zahlenblabla, usw.. Sie sind mit sieben weiteren heute eine der ersten und wir sind noch dabei alle einzusammeln. Sobald wir vollzählig sind, geht es weiter." Ab und an wird man gefragt, ob man wirklich derjenige ist, der man sein soll und wie es einen geht.

Danach ging es in den OP-Vorraum. Der Narkosearzt stelle sich vor, die Narkoseschwester stellte sich vor. Bei denen habe ich mich immer am wohlsten gefühlt. Die waren sehr nett und lieb und es wurde immer erklärt was gemacht wird und immer wieder gefragt wie es einem geht. Man wurde mit diversem Kram verkabelt und dann ging es los. Ich sollte mir noch einen schönen Traum überlegen. Ich sagte "Hauptsache wieder aufwachen". Der Narkosearzt lachte und sagte "nene, dafür sorgen wir ja schon, überlegen sie sich mal schnell was anderes". Ich wurde gefragt, ob ich bereit bin, das Narkosemittel wurde gespritzt, und weg war ich. Während der OP wurde ein Magenvolumen von 2,1 Litern entfernt. Kein Wunder, dass man nicht mehr satt wurde.

Also ich wieder aufwachte war Randale um mich. Viele Menschen und es war laut. Ich wurde angeschrien. "Frau K. hier, Frau K. da, Frau K. kommen sie hoch, nun kommen sie endlich hoch mit dem Oberkörper". Ich weiß nicht, ob die nicht raffen, dass man noch voll im Dämmerzustand ist oder ob denen das klar ist und man so angeschrien werden muß. Es stellte sich dann jedenfalls raus, dass es Alarm bei mir gab. Was alles genau mit meinen Werten war, weiß ich nicht. Aber ich spuckte Blut und habe wohl keine Luft gekriegt. Und ich sollte hochkommen, weil ich im Aufwachraum im Bett geröntgt werden sollte. Jedenfalls haben die das alles auch wieder hingekriegt und ich wurde wieder stabil, hatte dann aber ab und an nochmal Blut gespuckt.

Irgendwann war ich wohl wacher und ich kam auf die Überwachungsstation. Dort warteten bereits seit Stunden meine Eltern auf dem Flur. Weil meine Mutter den ganzen Tag keine Infos über mich bekommen hatte, machte mein Vater sich Sorgen und kam ebenfalls nach Kiel ins Krankenhaus. Als ich dort dann ankam haben meine Eltern einen schönen Schreck bekommen, weil mein Gesicht und Oberkörper überall voll Blut war. Zudem hatte ich ja noch diverse Verkabelung an mir gehabt. Meine Eltern wurden dann beruhigt, dass wieder alles in Ordnung sei. Sie saßen dann eine Weile bei mir, aber ich konnte die Augen noch nicht offen halten. Ich war zwar wach und konnte sie hören und verstehen, aber irgendwann sind sie dann gegangen. Mit mir konnte man ja halt nicht so viel anfangen. :) Der Sauerstoffkram rauschte, das Überwachungsgerät piepte, alles etwas gruselig für alle. Meine Mutter hatte dann Fotos von mir gemacht, weil ich mir das zuvor gewünscht hatte. In dem Moment kam eine Schwester rein und guckte irritiert und mein Vater sagte erschrocken zu ihr "sie wollte das so, sie wollte das so". War recht lustig.

Am nächsten Tag kam der Sauerstoffschlauch aus der Nase und die Magensonde wurde gezogen. Dann sollte es zur Kontrolle ins MRT. Auf dem Weg dahin war ich wieder am Blut spucken, so dass das MRT abgesagt wurde. Ich mußte eine weitere Nacht auf der Überwachungsstation bleiben. Das war dann das letzte Mal mit Blut spucken.

Wieder einen Tag später ging es dann ins MRT. Dafür muß man vorher Kontrastmittel trinken. Man bekommt einen riesigen Becher, den man leeren soll. Optisch war das ein ganzer Liter, in echt vermutlich nur ein halber Liter. Aber wie soll man das in einen Magen von ca. 200ml Größe bekommen? Das Zeug schmeckt so furchtbar eklig, und dann der kleine Magen, es war echt schwer davon was zu trinken. Man muss kämpfen es nicht wieder zu erbrechen. MRT war jedenfalls in Ordnung, alles dicht. Es ging dann auf das normale Zimmer.

Mir ging es gut, ich hatte keine Schmerzen, ich wartete darauf, dass die Woche um ist und ich nach Hause kann. Ich hatte nie Hunger, konnte pro Mahlzeit maximal so einen kleinen Joghurtbecher essen, mußte mich zum Essen zwingen. Zusätzlich mußte ich trinken, was mir sehr schwer fiel. Aber bevor man nicht 1,5 Liter Wasser pro Tag schafft, durfte ich nicht nach Hause. Ich wurde schnell mobilisiert, konnte aufstehen, und nach wenigen Tagen wurde der Blasenkatheter gezogen. Ich mußte also nur noch das Wasser schaffen, dann sollte es Heim gehen.

Dann plötzlich wurde meine Atmung immer schlechter. Ich hatte Schmerzen beim Atmen, so dass ich nur noch leicht und flach atmete. Es wurden dann Untersuchungen gemacht, geröntgt, Ultraschall. Und es ging wieder ins MRT. Wieder Ekelwasser trinken. Ich war die ganze Krankenhauszeit recht ruhig und nicht in Panik oder Angst. Ich hatte Schmerzen, konnte kaum atmen. Nach dem MRT setzte der Arzt sich auf meine Bettkante und erzählte mir von Wasser in der Lunge und Flüssigkeit an der Milz. Das sei alles gefährlich und muss raus. Und meine Lunge muß im Wachzustand im MRT punktiert werden. Oder aber ich warte ein paar Tage, bis ein OP-Tisch frei ist, und das ganze wird unter Vollnarkose gemacht.

In diesem Moment war es für meine Nerven vorbei. Wenn ein Arzt sich schon an die Bettkante setzt und ganz ruhig und bedacht mit einem redet, dann ist das nicht gut. Dann ist das überhaupt nicht gut. Ich bin nervlich zusammengebrochen und war am weinen und hatte Angst. Eigentlich hätte ich es nervlich im Wachzustand nicht ausgehalten, aber ich hatte so eine Angst, dass sie das sofort, egal wie, reparieren sollten. Ich wurde auf mein Zimmer gebracht und sollte eine Stunde lang darüber nachdenken. Aber die Entscheidung für sofort war für mich klar. Nach einer Stunde wurde ich trotzdem nochmal gefragt und ich bestätigte meine Entscheidung nochmal. Dann sollte ich wieder zum MRT gefahren werden und kaum aufm Flur wurde das ganze abgeblasen. Keiner wußte warum und was passiert sei, aber es ging wieder zurück ins Zimmer.

Kurz darauf wurde ich wieder abgeholt und man sagte mir ich soll zur Magenspiegelung. Zum Glück unter Vollnarkose. Leider war ich nicht schnell genug weg und die legten schon los und vor Schreck bekam ich Nasenbluten. Wieder Hektik um mich rum, alles rot, und weg war ich. :D Ich muss sagen, das war das geilste Narkosemittel überhaupt. Als ich aufwachte war alles so ruhig und hui und schön und mir ging es so gut. Allerdings setzte der Arzt sich dann wieder auf die Bettkante und erklärte mir, dass ich nun sofort operiert werde. Er habe sich nochmal mit den Chefärzten beraten und die Gefahr irgendwelche Infektionen durch die Lunge zu ziehen, beim Milz durch die Lunge punktieren (fragt mich nicht) sei zu groß. Es müßte jetzt so schnell wie möglich operiert werden, sie müßten nur noch das Team zusammen kriegen. Dies war genau eine Woche nach der ersten OP.

Mir war das alles so egal in dem Moment, ich war noch so high und mir war so wohlig. Mir war nur wichtig, dass jemand aus der Familie informiert wird. Das hat er dann persönlich übernommen. Meinen Vater nicht erreicht, meine Mutter nicht erreicht, Festnetz nicht erreicht, meine Schwester nicht erreicht, niemanden erreicht. Tjoar. In dem Moment rief dann wohl meine Mutter zurück, weil sie eine Kieler Nummer auf ihrem Handy hatte. Panik bei meinen Eltern. Der Arzt sprach dann mit meiner Mutter und sie erzählte mir später, dass sie ihn gefragt hatte, ob sie sich Sorgen machen müssen. Die Antwort von ihm hatte ich selbst mitgekriegt. Er sagte zu ihr "ja, da sollten sie sich Sorgen machen". :D Finde ich etwas hart sowas direkt zu sagen.

Jedenfalls ging es dann in den OP und es dauerte noch ziemlich lange, bis das Team zusammen war und operiert wurde. Das Narkoseteam war wieder super lieb, ich war wieder total ruhig, und einfach beruhigt das nichts im Wachzustand gemacht wird. Im Aufwachraum aufgewacht bin ich ohne Drama, neben mir lag sogar eine Bekannte aus der SHG. War recht lustig in dem Moment. Und ich konnte atmen. Das war ein schönes Gefühl. Mir wurde später erzählt, dass mir um die zwei Liter Wasser aus der Lunge geholt wurden. Der linke Lungenflügel sei zwar minimal für immer beschädigt, aber dies sei nicht schlimm, damit kann man leben. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch in meiner Seite einen Schlauch in die Lunge und eine Flasche neben mir.

Es ging wieder für eine Nacht auf die Überwachungsstation, danach auf die normale Station, und nach insgesamt zweieinhalb Wochen ging es endlich nach Hause. Die Muskeln haben total abgebaut, in den zweieinhalb Wochen hatte ich schon 16 Kilo abgenommen, ich hatte Kreislaufprobleme beim Duschen, man mußte erst einmal wieder fit werden. Aber es ging mir gut.

Nach weiteren zweieinhalb Wochen ging es dann wieder zur Arbeit. 8 Stunden im Büro sitzen war sehr anstrengend und den Freitag Feierabend habe ich erst einmal ein Nickerchen gemacht. Als ich aufwachte und einkaufen wollte, mußte ich ständig Husten. Es wurde so schlimm, dass ständig ein Würgreiz hinzu kam. Ich mußte mich mehrfach übergeben und Husten und spuckte Blut. Ich wollte nicht ins Krankenhaus, rief meine Freundin an. Die überredet mich zumindest beim Notarzt anzurufen. Der Notarzt schickte mich ins Krankenhaus und meine Freunde fuhren mich in die Notaufnahme. Das dauerte alles wie gewohnt ewig und gegen halb eins in der Nacht nahm man mich mit Fieber stationär auf. Ich hatte eine versteckte Lungenentzündung.

Eine Woche lang behielten sie mich dort. Eine Woche lang bekam ich Antibiotika über den Tropf. Eine Woche lang wurde fast täglich meine Lunge geröntgt. Mir ging es eigentlich gut und es war total öde, aber man sagte mir die Lungenentzündung sei so stark bei mir, dass bei meinem Gewicht Tabletten nichts bringen. Nach ein paar Tagen wurde ich auch pissig und blöd zu einer Schwester. Dieses dort nicht schlafen können und die Langeweile und der Krankenhausalltag zerrten an meinen Nerven. Nach der Woche ging es dann aber auch wieder nach Hause und mir ging es gut.

Einige Monate lief alles normal und problemlos. Man lernte zu Essen und zu Trinken, man nahm ab. Im Frühjahr 2012 hatte ich plötzlich abends wahnsinnige Schmerzen im Brustkorb bis in den Rücken. Drei Stunden lang betäubende Schmerzen. Ich wollte nicht ins Krankenhaus, ich war aber nicht mal in der Lage Hilfe zu holen. Ganz plötzlich wie die Schmerzen da waren, waren sie auch wieder weg. Wenige Monate später hatte ich wieder diese Schmerzen, aber nur eine Dreiviertelstunde lang. Wieder ein paar Wochen später, an einem Freitag, hatte ich schon auf der Arbeit leichte Schmerzen. An dem Tag wollte ich eigentlich nach Hamburg auf ein Konzert. Von Stunde zu Stunde wurden die Schmerzen schlimmer. Ich hatte mich zum losfahren fertig gemacht und als es auf nach Hamburg gehen sollte, waren die Schmerzen wieder unerträglich. Ich fuhr also statt aufs Konzert in die Notaufnahme. Viele Stunden lag ich da und habe gewartet. Heraus kam, dass ich kleine Gallensteine habe und die Gallenblase entzündet ist. Die Schmerzen alle paar Wochen kamen von wandernden kleinen Steinchen. Sie wollte mich direkt dort behalten, ich bin jedoch nochmal nach Hause gefahren, habe ein paar Sachen gepackt und bin dann am Samstag wieder für ein paar Tage ins Krankenhaus gegangen. Dort wurde die Entzündung behandelt und für November ein OP-Termin angesetzt. Im November 2012 wurde meine Gallenblase dann entfernt, ich war wieder eine Woche im Krankenhaus.

Normalerweise geht eine Gallenblase durch falsches, zu vieles, zu fettiges Essen kaputt. Bei mir ging sie durch die wesentlich kleineren Mahlzeiten und das weniger und seltener essen kaputt. Und weil ich gleichzeitig viel zu wenig trinke. Dadurch wird die Gallenblase nicht richtig gespült und die Steine entstehen. Seit sie nun raus ist, hatte ich mit nichts mehr Probleme und war nicht mehr in der Notaufnahme.


Warum das Ganze?

Mir war bewußt, dass so eine OP diverse Risiken, Gefahren und Konsequenzen mit sich bringt. Risiken und Gefahren vom kleinen Bauchzwicken bis hin zum OP-Tisch-Tod. Ich bin bewußt diese Risiken eingegangen. Ich habe es nicht geschafft alleine und ohne Hilfe abzunehmen. Ich hatte die Wahl zwischen "noch ca. zehn Jahre leben" oder "den Schritt wagen, egal was passiert". Ich hatte keine Angst davor, es war meine letzte Chance.

Als es mir mit meiner Lunge so schlecht ging und es in Richtung Not-OP ging, habe ich meinen Schritt bereut. Ich habe die ganze Magen-OP sowas von bereut. Ich habe mich gefragt, warum ich mir das nur angetan habe. Ich habe mich dafür gehasst, dass ich es nicht alleine geschafft habe. Das ich so ein Loser bin.

Seit es mir aber wieder gut geht, bereue ich rein gar nichts. Es war der richtige Weg und die schlimmen Zeiten sind total vergessen. Klar weiß ich, dass es sie gab, sonst könnte ich davon nicht erzählen, aber ich habe das schlimme Gefühl nicht mehr in Erinnerung. Es gibt einige, die es schlimmer erwischt hatte als mich. Sie haben mich schnell und gut wieder hinbekommen, ich bin noch am Leben, und im Nachhinein fragt man sich, ob das ganze alles vielleicht gar nicht so ein Drama war, wie man es empfunden hatte.

Allerdings ist so eine OP kein Wunderzauber. Es ist eine Hilfe. Eine Hilfe nicht ständig Hunger zu haben, eine Hilfe ein Sättigungsgefühl zu empfinden. Fürs dauerhafte Abnehmen und "niedrige" Gewicht halten ist man selbst verantwortlich. Man muss trotzdem Sport treiben, man muss trotzdem seine Ernährung ändern, man muss sich trotzdem kontrollieren und disziplinieren. Denn die „schlechten“ Sachen wie Süßigkeiten, Knabberkram und süße Getränke gehen leider immer gut zu essen. Wenn man das nicht unter Kontrolle hält, nimmt man nicht ab oder wieder zu. Ebenso kann man seinen Magen auch wieder weiten, wenn man zu viel isst. Das er wieder etwas größer wird als direkt nach der OP ist normal, aber man kann es auch hier wieder übertreiben. Auch durch das ständige essen, das sogenannte Grasen, nimmt man nicht unbedingt wieder ab oder zu.

Das "automatische" Abnehmen ist bei mir nun vorbei. Nun liegt alles bei mir. Seit vier Monaten habe ich einen Stillstand. Ich bin verantwortlich fürs Sport treiben, ich bin verantwortlich für keine Ausartung der Mahlzeiten, ich bin verantwortlich für meine Süßigkeiten. Nun liegt es alles bei mir weiter abzunehmen oder zumindest nicht wieder zuzunehmen.


Bin ich nun glücklich?

Nein das bin ich nicht. Zum glücklich sein gehört noch einiges mehr, als "nur leichter" zu sein. Arbeit, Finanzen, soziales Umfeld, nicht einsam sein.
Aber mit meinem Sleeve-Projekt, mit Steffi 2.0, bin ich zufrieden. Ich weiß, dass ich mit sehr viel mehr Disziplin mehr Gewichtsverlust hätte schaffen können, aber das was ich erreicht habe ist mehr als ich mir jemals vorstellen konnte. Ich habe ein Gewicht erreicht, was ich in meiner Erinnerung nicht mehr kannte. Ich wiege weniger, als zu meinem Schulabschluß der 10. Klasse. Ich habe mehr Lebensqualität erreicht. Nun ist es die Herausforderung nie wieder zuzunehmen. Wenn ich noch weiter abnehme, was halt bei mir liegt, wäre das super. Aber Hauptsache ich nehme nie wieder zu. Wenn das Gewicht so bleibt, wäre das okay für mich. Ich finde mich so okay. (Bis auf den Restwabbelkram, aber das ist eine andere Baustelle. ;) ) Trotzdem schauen wir mal, ob nicht noch was geht. Wie gesagt, es liegt bei mir.

Nächste Woche habe ich meine letzte Nachsorgeuntersuchung in der Uniklinik. Und damit werde ich das Projekt dann auch abschließen. Alte, neue und weitere Projekte und Baustellen stehen parat.

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Teilurlaub

DiaryPosted by Steffi 16 Aug, 2013 03:02:08

Anfang Juli habe ich eine Woche lang Kater- und Haussitting bei meinen Freunden in der Nähe von Rendsburg gemacht. Von Samstag bis Samstag auf dem Dorf in einem Haus (bzw. eher große Wohnung) wohnen, mit zwei Katern. Katzen sind nicht gerade meine Lieblingstiere, aber für Freunde mache ich das halt ab und an mal. Teilurlaub habe ich es genannt, weil es halt mal von zu Hause weg ist für etwas länger, weil ich eine große Wohnung für mich alleine hatte, und eine Dachterrasse, raus aus Kiel-Gaarden war, einkaufen dort wie einkaufen im Urlaub ist, usw... Auch wenn ich trotzdem arbeiten war.


Samstag

Am frühen Abend mit vollem Auto angekommen, ausgepackt, eingerichtet.


Sonntag

Rumgegammelt.


Montag

Jemand aus meinem Umfeld kann die Bestrahlungs-Quarantäne verlassen.
Ansonsten nichts weiter los gewesen.


Dienstag

Hmpf, Tag 4 beim Kater-Sitten und heute Morgen lag die erste Maus vor meiner Zimmertür. -.- War recht eklig, aber ich stehe da nun nicht und kreische oder schimpfe mit dem Kater. Die machen das ja, weil sie einen mögen. Der große kam dann auch an, hat sich aber nicht mehr dafür interessiert, weil die halt schon tot war. Habe dann zwei Zewa auf die Maus geworfen, eine Mülltüte drüber gelegt und das irgendwie versucht einzusammeln, ohne die Maus an den Händen zu spüren. Dann hat der große Frühstück bekommen und ich habe noch zu ihm gesagt "du sollst mir doch keine Geschenke machen". xD

Nach der Arbeit wollte ich eigentlich ins Kino, aber es wurde dann doch mal wieder länger und ich wollte nur noch auf die Couch.


Mittwoch

Heute wollte ich wieder ins Kino, habe aber wieder gekniffen. :(


Donnerstag

Bei jemanden aus meinem Umfeld wird ein Hühnerei großer Hirntumor festgestellt.

Am Morgen beim reinfahren in die Straße bei meiner Arbeit hat Paserati mit einem Obst-/Gemüse-LKW gekuschelt. Der rechte Seitenspiegel ist dabei eingeklappt und nur minimal beschädigt. Allerdings sind rechts nun beide Türen zerkratzt. Ein dünner gerader sauberer Lackkratzer, bis auf die Grundierung runter.

Nach Feierabend wollte ich zum Tätowierer zum Beratungsgespräch. Kaum hatte ich Feierabend, wurde ich wieder hippelig und habe gekniffen. Nicht weil ich Angst vorm tätowieren habe, sondern weil ich es nicht gebacken kriege alleine irgendwo hin zu gehen. Sei es ins Kino, auf Konzerte oder zu Beratungsgesprächen. Es nervt mich langsam.


Freitag

Bei jemanden aus meinem Umfeld wird nicht heilbarer Krebs diagnostiziert.

Nach Feierabend war ich nur noch einkaufen und seit langem mal wieder bei McDonalds. Entweder habe ich schon wieder einen Preissprung verpasst oder McDonald's Büdelsdorf ist sauteuer. Über 8 Euro für ein Big Tasty Menü?! 3,59 Euro für einen Fishmac?! Und den McChicken Classic haben die gar nicht. Gab dann nur meinen monatlichen Freitags-Milchshake zum Abendbrot. :) Und eine Tüte voll mit Minions. :)


Samstag

Es geht am Abend wieder nach Hause.


Fazit der Woche

Drei an Krebs erkrankte in meinem Umfeld sind drei zu viel. Kommt halt alles vor, aber drei verschiedene Personen in einer Woche sind schon übel.

Die Kater sind gut versorgt worden und die konnten sich glaube ich nicht beklagen. Haben sich nicht so viel blicken lassen, waren viel draußen unterwegs. Ob die nun da waren oder nicht hat keinen Unterschied gemacht. Ich habe überwiegend das vielseitige TV-Programm, welches aus sämtlichen HD-Sendern und Sky-Sendern bestand, genossen und viele Filme geguckt. Trotz längerer Strecke zur Arbeit fand ich die Fahrerei ganz angenehm.

Als Dank fürs Sitten gab es vor der Woche noch eine Einladung zum Essen und ins Kino. Inklusive Popcorn und Getränk. Sowie gaaanz viel Spritgeld. Wollte ich alles eigentlich gar nicht haben, aber dieses Mal konnte ich es nicht abwenden. Im Grunde war die Woche ein ziemlich angenehmer Gewinn und nicht annähernd so stressig wie das erste mal Katersitten, wo das Agrokitten noch so klein und wild war. :)

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